Die Entwicklung der Kommunikation der Menschen

Vor rund 1,7 Millionen Jahren begannen die Hominiden (Urmenschen) durch Gesten und Laute zu kommunizieren um ihr Wissen weiterzugeben, um z. B. ihren Nachfahren zu erklären, wie sie ein Beil anfertigen können. Diese erste Sprache nannte sich Protosprache und kannte nur Gesten und Laute. Durch diese Weitergabe konnten die Werkzeuge verbessert und komplexer gebaut werden. Die Menschen hatten nun erstmals Wissen gesammelt und dies nicht nur durch ihre eigenen Wahrnehmungen, sondern auch durch Kommunikation. Die Kommunikation per Gesten war für die Jagt ein deutlicher Fortschritt, da sie es ermöglichte koordiniert als Team zu jagen. Der Mensch besaß schon lange die physische Fähigkeit zum Sprechen und nutzte sie schon in der Steinzeit um sich mit Lauten vor gefährlichen Tieren zu schützen.

Im Laufe der Jahrtausende wurde der Hominide (der eher ein Tier war) zum Homo, der dem heutigen Menschen ähnlicher war. Der Homo verbesserte die Kommunikation mit Sprache durch mehr Laute und Gesten, es gab aber noch lange keine Anzeichen einer Art von Schrift, alles lief zwischenmenschlich ab.

Der Homo-Sapiens führte ein erstes Vokalsystem ein, um zu kommunizieren. Dieses war gegenüber den älteren Varianten mit Vokalen bestückt und etwas komplexer. Der Fortschritt in Sachen Kommunikation dauerte ewig, und erst 6000 vor Chr. gab es erstmals einen großen Sprung, da das menschliche Gehirn erst die Fähigkeit für Kommunikation physisch bilden musste.

6000 v. Chr. waren in Afrika Trommeln ein gängiger Kommunikationsweg, dies ermöglichte eine größere Reichweite. In Südosteuropa fingen die sesshaft werdenden Menschen 5500 v.Chr. an, erste Kunstobjekte mit geometrischen Mustern zu beschriften. Auch in China gab es schon etwas länger eine Art Schrift, diese ist jedoch umstritten, da die Zeichen keinen Kontext hatten. Man vermutet, dass die ersten Schriften um 5000 v. Chr. angefertigt wurden, doch gab es bereits 25000 v. Chr. erste Anzeichen von Schrift in Wandmalereien, Zeichensystemen für Zahlen und andere Kerbzeichen.

Um 3200 v. Chr. entwickelten die Ägypter die Hieroglyphen, welche eine Schrift aus Piktogrammen (gezeichneten Bildern) und Phonogrammen (Lautzeichen), sowie Determinativen (Deutzeichen) war. Diese Schrift verbreitete sich nur in dem ägyptischen Reich und diente nur zur Verwaltung. So war es nur wenigen Bürgern möglich das Schreiben zu lernen. Schreiber hatten zu dieser Zeit einen sehr hohen Stand in der Gesellschaft und waren meist politisch oder religiös tätig.

Gesprochen wurde in Ägypten Altägyptisch. Altägyptisch besaß sowohl eine Grammatik als auch Verben und Pronomen, doch trotz des Alters dieser Sprache hatte sie Ähnlichkeiten zu unserer (Deutsch) Sprache heute. Da man keine Sprachaufzeichnungen von Altägyptisch und andere alten Sprachen hat, kann man diese nur in Verbindung mit den raren Dokumenten und deren Schrift bringen. Allgemein kann man wenig zur Kommunikation unter den Menschen sagen, solange man diese Sprache nicht gehört hat, da wir Dokumente nicht zu 100% übersetzen können, weil die Grammatik damals eine, wenn auch nicht so stark andere war als heute, auch gibt es keine Dokumente vor der Erfindung von Schrift. Gerade einmal 5% der Sprachgeschichte können dank der Schrift erforscht werden, da man davon ausgeht. dass vor 100 000 Jahren angefangen wurde eine Sprache zu entwickeln.

Die Sumerer in Mesopotamien entwickelten ca. 2700 v. Chr. die Keilschrift, welche sich aus der Bildschrift abformte und dann zur Silbenschrift wurde. Auch bei den Sumerern war das Schreiben nur einem Bruchteil der Bevölkerung vorbehalten, da Schrift auch hier zur Verwaltung genutzt wurde, erst später wurde die Keilschrift auch von normalen Menschen verwendet. Man kann heute sagen, dass die Keilschrift der Sumerer die erste Schrift war, da die Hieroglyphen erst 200 Jahre nach der Keilschrift ein richtiges System besaß. Die Keilschrift wurde über 3000 Jahre nach der Entwicklung von den Sumerern auch von anderen Völkern verwendet und weiter entwickelt.

Die Erfindung der Schrift ermöglichte einen großen Kommunikationsfortschritt, von dem wir heute noch immer profitieren. Schrift ist über sehr lange Zeit lesbar und ermöglicht es so, Wissen für Themen zu übertragen und aufzuzeichnen, auch über längere Zeiträume. Kurierdienste ermöglichten es erstmals 2400 v. Chr. in Ägypten über große Strecken indirekt zu kommunizieren. Selbst im Mittelalter wurde noch über große Entfernungen mit Boten und Schriftrollen kommuniziert.

1500 v. Chr. gab es durch den starken Kulturaustausch im Nahen Osten eine Selektierung der sumerischen Keilschrift und der altsemitischen (ägyptischen) Sprachen in ein reines Alphabet, das phönizische Alphabet. Dieses Alphabet wurde 900 v. Chr. auf Kreta umgeschrieben in ein Alphabet, das nicht mehr linksläufig sondern von links nach rechts geschrieben wurde. Auch wurden einige griechische Zusatzzeichen in das Alphabet aufgenommen und ein paar Buchstaben abgeändert. Im Jahre 600 v. Chr gab es dann die Revolution in die lateinische Schrift, die dann auch in Europa und vor allem bei den Römern an Bedeutung fand. Bei den Römern hatte das Alphabet dann 23 Zeichen und es gab ein additives Zahlensystem, welches sich aus dem Alphabet entwickelte, das römische Zahlensystem. Schon die Römer hatten zwei Schreibvarianten eine Schnellschreibvariannte und eine für Pergamentrollen. Nach dem Untergang des römischen Reiches entwickelten sich noch viele kleine schwer leserliche Schriften.

500-550 v. Chr. wurde im persischen Reich das erste Postsystem entwickelt. Das war ein großer Fortschritt, vor allem für normale Bürger, die zuvor nicht von Kurieren profitierten, aber nun gab es ein Postsystem, welches das Verschicken von Nachrichten an jede Person, die an das System angeschlossen war, ermöglichte. Noch 2500 Jahre später nutzen wir ein Postsystem und es ist noch immer ein Weg, um Nachrichten zu übertragen, auch wenn heute kaum noch jemand Briefe schreibt, sondern eher Pakete empfängt.

200 v. Chr gab es in China eine Kommunikation mit Rauchzeichen, die vor allem an der Großen Mauer genutzt wurde, um Gefahren zu signalisieren.

Die erste Zeitung gab es 59 v. Chr.. Sie hieß “Acta Diuma” und wurde auf Tafeln geschrieben, die in Rom veröffentlicht wurden. Julius Caesar war der Verleger dieser Zeitschrift und verdiente dadurch ein Vermögen. In der Zeitung fanden sich sowohl gesellschaftliche und politische Inhalte, aber auch Kriminalberichte konnte man lesen.

Im Jahre 310 v. Chr. erfand der Philosoph Theophrastus die Flaschenpost. Auch Christoph Columbus soll während der Überfahrt nach Amerika mehrere Flaschen mit Botschaften an die Königin in den Atlantik geworfen haben.

Im 12. Jahrhundert bemerkte man, das Tauben immer wieder zu ihrem Heimatort zurückfliegen. Man kam auf die Idee, die Tauben mitzunehmen, um kleine Nachrichten wieder zu ihren Heimatsort zurückzuschicken. Selbst im 1. Weltkrieg gewann die Brieftaube wieder an Bedeutung, denn es gab zu dieser Zeit noch nicht überall Telegrafendrähte und Signalfeuer kamen aufgrund der Sichtbarkeit für den Feind nicht in Frage.

Im 13. Jahrhundert wurde das römische Zahlensystem durch die arabischen Zahlen ersetzt. Die Schrift wurde eher nur wenig verändert. Jedoch gab es mit der Erfindung des Buchdrucks einen großen Wandel in der Gesellschaft, denn nun konnten Informationen weit verbreitet werden und Forschungen anhand von Vorhandenen Wissen aus Büchern gemacht werden.

1610 wurde die erste Postkutschenlinie in England eingeführt. Die Postkutschen als Transportmittel von Nachrichten wurden selbst noch im frühen 20. Jahrhundert genutzt.

Eine kleine Revolution in der Kommunikation gab es mit der Erfindung des Morsetelegraphen. Es wurden schnell viele Telegraphendrähte verlegt, sodass hunderte Kilometer weite Kommunikation durch den Morsetelegraph möglich wurde.

Mit der Erfindung der Eisenbahn waren nicht mehr nur Postkutschen ein Weg um Briefe zu transportieren, sondern auch Eisenbahnen. Die Geschwindigkeit und die zurücklegbaren Entfernungen sind von Eisenbahnen viel größer als von Kutschen, trotzdem beeilte man sich sehr, indem man einfach die Briefe aus dem fahrenden Zug warf.

1846 gab es den ersten Vorläufer zum modernen Faxgerät, es war ein Druckertelegraph, der es ermöglichte, Grafiken zu reproduzieren. Das Faxgerät fand aber erst elf Jahre nach der Erfindung des Telefons Kunden.

Mit der Erfindung des Telefons (ca. 1870), die heute noch immer genutzt wird, konnten nun viele Menschen untereinander über größere Distanzen kommunizieren.

Das Radio war die erste Erfindung, die Kommunikation mit den Massen ermöglichte und selbst heute noch immer genutzt wird, um Nachrichten zu verbreiten und Musik zu hören. Hitler nutzte das Radio ,um seine Nachrichten zu verbreiten und über den Krieg zu berichten, um so die Menschen zu manipulieren.

1928 wurde das erste Fernsehbild aus New York gesendet. Fernsehen ist eine zwar einseitige Kommunikation, jedoch ist heute Fernsehen eine sehr komplexe Art der Kommunikation, da sowohl Bild als auch Ton übertragen werden. Da die Auswahl an Sendern immer größer wurde und durch das Satellitenfernsehen auch eine hohe Qualität gegeben werden kann, ist es eine gängige Art um Wissen zu sammeln oder sich mit Filmen unterhalten zu lassen.

1950 wurden die ersten Mobilfunknetze der Öffentlichkeit zugänglich, doch damals gab es noch keine Handys, sondern nur große tragbare Funkgeräte, weshalb der Mobilfunk wenig Beachtung fand. Erst mit der Erfindung des Handys und später auch mit der des Smartphones wurde der Mobilfunk ein gängiger Kommunikationsweg.

Der Short-Message-Service, besser bekannt als SMS, wurde 1989 entwickelt und ermöglichte das Versenden von Textnachrichten über das Mobilfunktnetz. Als Weiterentwicklung der SMS wurde nach der Extended SMS die MMS (Multimedia Messaging Service) vorgestellt die nun auch Bilder beinhalten konnte.

Am 6. August 1991 begann wohl einer der größten Veränderungen in der Geschichte der Kommunikation. Tim Berners-Lee veröffentlichte an diesem Tag das World-Wide-Web, welches eine einfache Kommunikation zwischen Computern und Netzwerken ermöglichte.  Doch erst mit der Erfindung von dem Browser Netscape, wurde eine nutzbare Kommunikation zwischen Computern ermöglicht, die jederman mit Computer und Internet bedienen konnte. Mit der Erfindung von Google war das Internet auf einmal nicht mehr klein, jeder konnte nach bestimmten Wörtern das ganze Internet durchsuchen und musste sich nicht mehr von Link zu Link klicken.

Mit der Erfindung von Internet Service, wie Messenger (z.B. WhatsApp) konnte man auch von Person zu Person chatten, ohne eine E-Mail schreiben zu müssen. Messenger gibt es seit 1994, die Email wurde aber schon 1971 erfunden.

Durch Soziale Netzwerke wurden auf einmal Menschen miteinander verbunden, die zuvor gar keinen Kontakt miteinander hatten. Facebook, Google Plus, Twitter sind heute die größten Sozalen Netzwerke und die am häufigsten besuchten Seiten im Internet.

Heute sind wir kommunikativer als je zuvor, da wir so viele Kommunikationswege erschlossen haben. Doch unsere zwischenmenschliche Kommunikation von Mensch zu Mensch ist weniger geworden, da 57% der Menschen mit Internetzugang mehr durch das Internet als im realen Leben kommunizieren. Wir sprechen heute zur ganzen Welt, in dem wir in Sozialen Netzwerken posten, in Blogs bloggen, auf Youtube Videos hochladen und Bilder auf Instagram veröffentlichen. Die Welt ist nicht mehr so groß, und wir können fast jeden Menschen kontaktieren, da weltweit über 50% der Bevölkerung Internet zur Verfügung haben.

Laut einer Studie sind wir auf Facebook nur 3,7 Freunde von einer x beliebigen Person entfernt, was eine starke Verbundenheit unter Menschen verdeutlicht. Doch noch immer kommunizieren wir noch wie vor 1000 Jahren auch mit einzelnen Personen, doch dies wird heute auch über den halben Erdball gemacht, da keine langsamen Boten mehr von Nöten sind, sondern wir in Millisekunden einen Menschen auf einem anderen Kontinent erreichen können.

Aktuell gibt es 7000 Sprachen auf der Welt. Die älteste ist Sumerisch und die heute am meisten gesprochene Sprache ist Chinesisch. Deutsch stammt von der Ur-Indogermanischen Sprache ab. Indogermanische Sprachen sind der Ursprung von fast allen europäischen und amerikanischen Sprachen. Heute gibt es 150 Indogermanische Sprachen, was im Vergleich zu in Afrika oder Asien gesprochenen Sprachen sehr wenig ist.

 

Wie wird es in Zukunft aussehen?

Ich denke, dass wir in Zukunft noch globaler kommunizieren werden. Doch die sozialen Nachteile durch soziale Netzwerke werden immer größer werden, da schon heute viele lieber über das Internet kommunizieren als von Person zu Person. Menschen mit Zugang zum Internet sind meist abhängig und verbringen viel Zeit mit Medien. In Zukunft könnte fast alles über das Internet laufen, z.B. Radio und Fernsehen, welche immer mehr von Streamingdiensten abgelöst werden. Auch werden wir in Zukunft selbst Haushaltsgeräte mit dem Internet verbinden und über Smartphones steuern.

 

Was ist Kommunikation und was bedeutet sie für uns?

Kommunikation ist ein Austausch von Informationen sowohl unter Menschen als auch neuerdings von Geräten. Viele Lebewesen kommunizieren, doch der Mensch kann durch seine höhere Intelligenz komplexer kommunizieren als Tiere, die dafür über größere Distanzen ohne Zusatzmittel kommunizieren können. Durch die bessere Kommunikation unter den Menschen konnte sich der Mensch von der Tierwelt hervorheben und die Zukunft planen.

Der Mensch entwickelte viele Sprachen, doch keine der bekannten Sprachen ist eine primitive Sprache. Sprachen werden mit der Zeit nicht komplexer, sondern durch Generalisierung eher einfacher. Dies kann man heute deutlich sehen, es gibt viele Abkürzungen, die trotz ihrer Kürze eine große Bedeutung haben können.

Der Mensch kann Sprachen angeblich nur bis zur Pubertät lernen, da das Gehirn sonst nicht mehr plastisch genug ist, dass heißt aber nicht, das er später keine Fremdsprachen mehr lernen kann, sondern dass er, wenn er nie eine Sprache gelernt und gehört hat, diese Fähigkeit nicht mehr bilden kann. Deswegen ist es wichtig, dass kleine Kinder viele Wörter hören und Sprachen lernen.

 

Aufzählung von Kommunikationswegen

 

  • Sprache:
  • von Mensch zu Mensch
  • über Telefon
  • über das Internet (Skype, etc.)

 

  • Schrift:
  • Textnachrichten (SMS, Email, Facebook, Whatsapp, etc.)
  • Brief
  • Buch
  • Internet (Blog, Forum, etc.)

 

  • Andere:
  • Gesten
  • Emotionen (Gesicht, Laute, Musik)
  • Video (alle Arten von Kommunikation)
  • Radio
  • Zeichen (Morse-, Signal-)

 

Quellverzeichnis:

http://blog.wiwo.de/look-at-it/2013/02/15/infografik-die-geschichte-der-kommunikation-von-6000-vor-christi-bis-heute/

http://www.helles-koepfchen.de/artikel/2371.html

http://www.chip.de/bildergalerie/Evolution-der-Kommunikation-Galerie_72659595.html

http://www.typolexikon.de/schriftgeschichte/

http://www.christianlehmann.eu/ling/ling_theo/evolution.php